Von Schwarzen Löchern

Das Januarloch dürfte den meisten von uns ein Begriff sein. Aber habt ihr auch schon Bekanntschaft mit dem Schwarzen Loch gemacht? Ich meine damit nicht das Staubsaugerrohr oder unseren Schlund beim Gähnen. Laut Wikipedia ist das Schwarze Loch ein Objekt, dessen Gravitation so extrem stark ist, dass aus diesem Raumbereich keine Materie und kein Lichtsignal nach aussen gelangen kann. Nach der Allgemeinen Relativitätstheorie verformt eine ausreichend kompakte Masse die Raumzeit so stark, dass sich ein Schwarzes Loch bildet.

Schwarze Löcher sind ein Mysterium und verdammt heimtückisch. Sie schlucken Dinge, Wörter und ich wage zu behaupten, sogar ganze Menschen. Am 23.12.2015 ist mein jüngster Göttibub Opfer eines solchen Schwarzen Loches geworden. Gottlob, nicht er wurde geschluckt, sondern der Inhalt seines 23. Türchens im Adventkalender. Ein flauschiger blauer Badehandschuh. Zack! Weg, verschwunden, in Luft aufgelöst! Im Auto? Nada! Die Gravitationskraft dieser Löcher ist verheerend: Gierig saugt sie auch Kleider an und dann sind sie dort oben trostlos gefangen in Zeit und Raum, frisch gebügelt und viel zu selten getragen. Vorher sucht man natürlich noch tagelang in der Waschküche, wühlt haareraufend in sämtlichen Schubladen und beweint die Lieblingsteile schlussendlich ein wenig: Auf Wiedersehen, schönes ärmelloses Seidenshirt. Ihr glaubt das alles nicht? Seit Jahren saugt das Schwarze Loch auch meine 5 Gewinner-Zahlen auf dem Euromillions-Schein auf, samt Zusatzsternen. Hängengeblieben im elektronischen Gewusel, genauso wie SMS die wir nicht erhalten haben oder Mails, welche wir versandt haben, und nie beim Empfänger ankommen. Schwarze Löcher agieren nach dem Zufallsprinzip. Wenn du nicht wie ein Häftlimacher aufpasst: Schwupps! Vom Winde verweht und magnetisch vom Schwarzen Loch angezogen. Wörter und ganze Sätze verschwinden so und dann heisst es halt nur noch „Guten Morgen“! Liebevolle, gut durchdachte Sätze verschwinden auf diesem Weg sang- und klanglos und wenn es an der Zeit wäre, sie zu sagen, finden wir sie nicht mehr. Über unseren Köpfen nur noch Wolken und Schwarze Löcher.

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7 Gedanken zu “Von Schwarzen Löchern

  1. Eine meiner Freundinnen musste als Praktikantin dem CFO ein Mail schreiben. Usus in der Ami-Firma war „Vorname“ und „Sie“. In der Eile schrieb sie anstelle von „Hallo Walter“: „Hallo Alter“. Schwarze Löcher verschlucken ganz fies einzelne Buchstaben ;)))

    Ich wüsste so einiges, was ich dem schwarzen Loch zum Fressen vorwerfen würde: Die Couverts (samt Inhalt) vom Steueramt, regnerische Montagmorgen, Martinis mit zu viel Soda, meine Oberlippenfalten. Nur so als Vorschlag.

    Danke für den Blog – wunderbar!

    1. Das Schlucken des ‚W’s bei Walter hat mir soeben einen herzhaften Lacher beschert. Deine Oberlippenfältchen muss das Schwarze Loch längst geschluckt haben. Ich sehe da gar keine. Willkommen im Kreise meiner wunderbaren Leserschaft, Billy! Ich freue mich wie eine Schneekönigin, dass du mitliest.

  2. Wunderschönen guten Morgen Filomena
    Nun wird mir einiges klar, suche in diesem Fall vergebens nach meinem Undershirt das ich erst kürzlich in Zürich im Sale ergattert habe!
    Danke Dir für die Aufklärung!
    Wünsche Dir eine tolle Woche ohne Löcher umso mehr mit schönen Augenblicken!
    Lieber Gruss Deine Serapisbey

    1. Liebe Serapisbey
      Wetten, dass dein Shirt nun mit meinem Shirt einen Schwatz hält?
      Ich wünsche dir ebenfalls eine tolle Woche und nur nette Leute heute 🙂
      Herzlich, Filomena

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