Kampf dem Kleiderschrank-Chaos

Es ist ein ausgesprochenes weibliches Phänomen: Der Kleiderschrank ist voll mit Nichts anzuziehen und der Frust am Morgen vorprogrammiert. Meine Garderobenchecks sind seit Wochen ein Bestseller: Jetzt ist die beste Zeit um wieder einmal ordentlich auszumisten und den Schrank zu reorganisieren.

Entschlacken, ganz ohne Trennungsschmerz: Entsorgt wird, was nicht mehr alltagstauglich ist. Kleider mit Pilling, ausgefransten Nähten, verbleichten Farben, kaputten Reissverschlüssen und Kleider, welche das absehbar kurze modische Verfallsdatum eindeutig überschritten haben. Ein Paar abgenützte Jeans und ein Shirt für die Arbeit im Garten oder den nächsten Umzug dürfen im Schrank bleiben.

Emotionale Bindung an Textilien: Frauen tendieren zu emotionalen Bindungen an Gebrauchsgegenstände. Da gibt es den Glückspullover, das Kleid von der standesamtlichen Trauung, irgendeine Bluse von irgendeinem Date, die „Referenzjeans“ (Hose in die mal man reingepasst hat und zum Massstab aller Dinge geworden ist). Man trägt sie nicht mehr, aber kann sich aber unmöglich von ihnen trennen. Sie bekommen einen Extraplatz. In einer Schachtel oder dem Mottenschrank auf dem Dachboden. Wetten, dass sie nicht vermisst werden?

War so teuer / wird wieder mal Trend / passt irgendwann wieder: Modetrends unterliegen einem kurzen modischen Zyklus was uns dazu veranlasst die Kleider zu behalten, in der Hoffnung, sie in ein paar Jahren wieder tragen zu können. Stimmt so nicht ganz. Die Schnitte und Materialien ändern sich im Laufe der Jahre. Ein paar Retrostücke (inklusive Hochzeitskleid) dürfen in die Schachtel auf dem Dachboden. Direkt in die Kleidersammlung wandern: Zu enge/zu grosse Kleider. Designeroutfits mit aktuellen Schnitten in die Secondhand-Boutique. Grundsätzlich kann getrost entsorgt oder zum Flohmarkt gebracht werden, was länger als 2 Jahre nicht mehr getragen worden ist.

Oldies but Goldies: Zeitlose Key-Pieces haben kommen nie aus der Mode weil sie zur Grundgarderobe gehören: Der Trenchcoat, eine dunkelblaue 5-Pocketjeans, die schwarze Anzugshose im Marlene Dietrich-Stil, kurze Kleider in A-Form, die weisse Bluse, der schwarze Bleistiftjupe und der Kaschmir-Pullover mit Rund- oder V-Ausschnitt. Ein marine-weiss gestreiftes Shirt, schwarze Pumps und Chelsea-Boots.

chelsea bootspumps schwarzChelsea Boots und Pumps von Conleys

Ordnen und einsortieren: Es gibt keine Grundregel für das perfekte System um mit wenigen Griffen das Passende zu finden, weil wir alle ein anderes Gefühl für Ordnung haben. Ich räume bei mir selbst und bei meinen Kundinnen nach diesem System: Gleiches zu Gleichem. Kurzarm zu Kurzarm, Langarm zu Langarm. Blazer und Hosenanzüge zusammen. Kleider neben Kleidern usw. Die Abstufung nach Farben für Perfektionistinnen und Kleider-Nerds. Winter- und Sommerkleider immer trennen.

Platz sparen: 5 Metallbügel aus der Reinigung ersetzen einen einzigen Holzbügel. Auf Metallbügel dürfen Blusen, Shirts, Kleider. Globus hat patente rutschfeste Bügel im Sortiment. Leder- und andere Jacken/Blazer/Mäntel mit Futter und Schulterpolster brauchen Holz- oder gepolsterte Bügel, damit die Schulterpartie nicht aus der Form gerät. Blusen und feine Strickjacken die zusammen getragen werden, können auf einen Bügel. Ein Schrank macht dann Freude, wenn auf der Kleiderstange gerade noch so viel Platz ist, dass man die Kleidungsstücke schieben kann um zu sehen, was das Herz begehrt.

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Wir sind Sammlerinnen, keine Jägerinnen. Schon klar. Aber ganz ehrlich: Es ist ein wahnwitziger Irrsinn, was wir im Laufe der Jahre alles an Textilien horten. Ich spreche da selbst aus Erfahrung. Leider. Auf dem Weg zur Besserung freut man sich aber zusehends an der erschlankten Garderobe und dem guten Gefühl, welches mit dem Ausmisten einhergeht.

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