Hindernisse beim Abnehmen

Der Schweinehund zum 2.! Ich bin beim Flirt mit Folgen ja gerade so noch davongekommen und habe meinen Schweinehund mehr oder weniger erfolgreich beurlaubt. Beruhigend zu wissen, dass andere ihn auch im Schlepptau haben.

Stefanie Weber von Grazilis Ernährungsberatung über den Schweinehund, Ausreden, und andere Hindernisse beim Abspecken:

Schon lange hat man es sich vorgenommen – abnehmen. Nur ein paar Kilo, oder vielleicht auch ein paar mehr, so schwierig kann das ja nicht sein. Und dann kämpft man hart an der eigenen Grenze für gar keinen oder nur einen kurzfristigen Erfolg.

Wenn man biologische Ursachen mal aussen vor lässt, gibt es einige Steine die wir uns selbst oder unsere Umgebung uns in den Weg legen.

  1. Wir fangen gar nicht erst an. Zwar sitzt die Hose zu eng, und zwar schon seit lange vor Weihnachten, aber ignorieren oder schönreden ist so viel bequemer als tatsächlich die Ernährungs- und Sportgewohnheiten umzustellen. Zu diesem Zeitpunkt helfen all die gut gemeinten Tipps nichts, wollen müssen wir schon selbst.
  1. Wir haben schnell keine Lust mehr. Die Motivation war da, aber leider nur kurz. Wir haben uns auf dem einen oder anderen Weg erkundigt was wir essen sollten und wie viel, wir haben das sogar umgesetzt und es ging uns ganz gut damit. Doch dann kam Tante Hildes Geburtstag, da konnten wir nicht anders als uns mal wieder alles Gute zu gönnen. Und danach schaffen wir es nicht mehr zurück, wir haben keine Lust mehr uns zusammen zu reissen. Genau jetzt ist der Zeitpunkt ein Blatt Papier hervor zu nehmen und aufzuschreiben, weshalb wir abnehmen möchten. Wir müssen uns die Sehnsucht nach dem Wunschgewicht zurückholen! Die Gründe an den Kühlschrank hängen, auf die Waage stehen, das viel zu kleine Lieblingskleid neben den Spiegel hängen. Konfrontation muss sein!
  1. Wir haben keine Zeit. Die Kinder und der Haushalt oder der zehn Stunden Arbeitstag, wann sollen wir da einkaufen und gesund kochen? Pasta mit Sauce geht so viel schneller als die Gemüsepfanne, oder?? Natürlich benötigt es Organisation gesund zu essen. Man muss vorausplanen, mitdenken. Aber wenn wir ehrlich sind ist die Umgewöhnungsphase die zeitaufwändigste. Wenn wir dann mal alles wissen was gemacht werden muss um abzunehmen und sich diese Routine eingeschlichen hat, brauchen wir dafür nicht mehr Zeit als für die alten Gewohnheiten. Man investiere vier Wochen Aufmerksamkeit in die eigene Gesundheit, erstellt sich selbst einen Ernährungsplan, oder lässt sich diesen erstellen, und setzt ihn hartnäckig um. Nach den vier Wochen ist man den Einkaufsrhythmus, das Vorkochen am Wochenende und die gesunden Naschereien schon so gewöhnt, dass man einfach damit weitermacht!
  1. Wir müssen doch so vielen Einladungen nachkommen. Mindestens dreimal wie Woche müssen wir auswärts essen oder sind zu Apéros oder Freunden zum Essen eingeladen. Da gibt es doch nur ungesunde Sachen… Die Situationen, in denen wir um ungesundes Essen nicht herumkommen, gibt es natürlich. In Restaurants essen zählt da allerdings nicht dazu, hier können wir schliesslich selbst wählen. Das Einzige was uns da im Wege steht ist der eigene Schweinehund (Siehe Punkt 5). Was aber wenn es auf dem Geburtstag der Freundin tatsächlich nur eine begrenzte Auswahl an ungesunden Lebensmitteln gibt und wir nicht verhungern möchten? Die Menge macht’s! Wir versuchen von den schlechten Sachen so wenig wie möglich zu essen und gleichen das Ganze ab dem nächsten Tag mit unserem Abnehm-Ernährungsplan und Sport wieder aus! Es sagt schliesslich niemand, dass wir die restlichen vier Tage der Woche nicht vorbildlich auf unsere Traumfigur hinarbeiten können.
  1. Wir sind von unserem Schweinhund besiegt. Wir können einfach nicht gesund kochen und regelmässig zum Sport. Es gilt also abzuwiegen wie sehr wir abnehmen möchten und wie sehr wir an den schlechten Gewohnheiten hängen bleiben möchten. Und es gibt natürlich noch die Möglichkeit sich kleine Ziele zu stecken, ganz langsam anzufangen. Zum Beispiel einfach mal das Frühstück gesünder gestalten, zweimal die Woche das Training einzubauen oder das Tram so oft wie möglich zwei Stationen früher verlassen und den Rest zu Fuss gehen. Oft ist das Problem, dass man das Gefühl hat, wenn ich schon abnehme, dann richtig. Das heisst ich muss alles perfekt machen, darf nie mehr ein Stück Schoggi essen, muss jeden Tag Sport treiben. Doch wer sagt, dass kleine Änderungen nicht schon tolle Wirkungen nach sich ziehen und wir dann vielleicht sogar noch mehr Lust auf gesunde Gewohnheiten bekommen und vielleicht sogar Freude daran haben die Veränderungen an uns zu beobachten?! Wenn man übrigens seinen Freunden und Kollegen von dem Vorhaben erzählt, können sie in den schwachen Momenten Unterstützung und Motivation liefern!
  1. Der Heisshunger verhindert, dass wir uns gut benehmen. Kennen wir alle, nachmittags um drei kommen die Gelüste und wir fangen an die Schoggi zu suchen. Darf man ja auch, manchmal. Aber jeden Tag? Und nicht nur um drei sondern um zehn, zwölf, fünf, acht und elf? Wir wissen doch, umso mehr Süssigkeiten wir essen, umso stärker wird der Heisshunger. Also Bürotisch mit Alternativen ausrüsten (Obst, Nüsse, Trockenfrüchte, Joghurt, Knäckebrot) und hart bleiben! Wenn der Heisshunger abends auf dem Sofa kommt, können wir versuchen uns mit etwas Rohkost oder exotischem Tee abzulenken oder eben vom Sofa aufstehen. Ein Abendspaziergang oder ein heisses Bad können wahre Wunder wirken um den Heisshunger zu vergessen. Am Einfachsten ist es natürlich wenn im Kühlschrank (und Vorratsschrank) keinerlei Süssigkeiten zu finden sind. Also: die „bösen“ Naschereien erst gar nicht einkaufen!

Und zum Abschluss: Negative Gedanken („Ich schaff das nicht“) haben wir alle. Bringen tun sie jedoch nichts. Also kurz im Selbstmitleid suhlen und dann geht’s weiter! Abnehmen wollen wir ja schliesslich trotzdem.

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