Die Strumpfhosen-Frage

Der Nylonstrumpf feiert dieses Jahr seinen 76. Geburtstag. Galt er ursprünglich lediglich als wärmendes Unterkleid, wird er heutzutage durchaus als modisches Accesoire betrachtet und als Farbtupfer unter Kleidern oder Röcken eingesetzt. Ganz schön praktisch diese Strumpfhosen und dank neuester Technologien gibt es sie heute in unzähligen Varianten als Stützstrumpfhosen, Thermostrumpfhosen, Strumpfhosen mit figurformender Wirkung und auch fuss- oder zehenfrei. Die Wahl der richtigen Strumpfhose stellt für viele Frauen durchaus eine kleine Herausforderung dar, vor allem in Bezug auf Farben oder Muster. Häufig gestellte Fragen:

Strumpfhosen vs. Strümpfe Strumpfhosen sind praktisch und spenden rundum Wärme. Zu klein gekauft wird sie zum Nervfaktor, vor allem dann, wenn sie zu kurz ist und im Schritt nicht sitzt. Es gibt sie als Shaping Modell mit eingearbeiteter Verstärkung bei Bauch, Po und Oberschenkeln. Günstige Modelle gibt es mittlerweile auch bei H&M. Hochwertige Modelle z.B. bei Falke, Fogal und Wolford. Nachteil: Sehen sehr nach Oma aus, speziell unter Hosen getragen, verhindert dafür das Abzeichnen von Unterwäsche. Strümpfe sind quasi das Beinkleid ohne das eingearbeitete Höschen. Die halterlosen Modelle sitzen dank Gel-Band am Oberschenkelabschluss ohne zu verrutschen. Die Strümpfe zur Befestigung am Strumpfhalter (Strapse, engl. strap) erfreuen in erster Linie wohl männliche Betrachter. Halterlose Strümpfe sind ästhetischer als Strumpfhosen, kosten aber mehr.

Halterlose Strumpfhose von Kunert

Nahtstrumpfhosen sind – wie vieles – Geschmacksfrage. Im Büro tagsüber haben sie allerdings nichts zu suchen. Die Naht hinten am Bein betont die Beinform. Grünes Licht bei langen und vor allem geraden Beinen.

Farbige Strumpfhosen Es gibt Strumpfhosen mittlerweile zu Recht in jeder erdenklichen Farbe. Knallige Farben sehen besonders mit gedeckten Tönen wie grau, anthrazit oder schwarz toll aus und peppen einfarbige Outfits im Nu auf.

Der Knigge und Strumpfhosen Gemäss Adolf Freiherr von Knigge tragen „Damen zu Röcken und Kleidern immer Strumpfhosen, ohne Laufmaschen“. Dies gilt zumindest heute noch für Angestellte mit Kundenkontakt. Wenn man die Strumpfhose als Kosmetik für die Beine ansieht, macht dies sogar Sinn. Kaschieren sie doch Krampfadern, Härchen, Cellulite und andere kleine Makel. Die bürotauglichsten Farben sind noch immer hautfarben, anthrazit, dunkelblau und schwarz.

Glanzstrumpfhosen sind Relikte aus den 80ties und machen meines Erachtens nur bei Eiskunstläuferinnen eine gute Falle. Je matter die Strumpfhose, desto eleganter die Wirkung.

Zum Kleinen Schwarzen hautfarbene oder schwarze Strumpfhosen tragen? Hier scheiden sich die Geister. Ich bin kein Fan von hautfarbenen Strumpfhosen, es sei denn, sie sind so dünn und die Qualität so gut, dass man sie gar nicht erst als solche erkennt. Am besten sehen für mich schwarze Kleider mit einer matten, je nach Temperatur, blickdichten oder semi-transparenten und nicht glänzenden Strumpfhose aus. Wer findet, damit zu sehr nach Beerdigung auszusehen, hat das falsche Kleid gekauft, nicht die falsche Strumpfhose.

Peep Toe von Kunert

Strumpfhosen in High Heels Grundsätzlich trägt man bei einem langen Abendkleid keine Strumpfhosen. Weil dies bei tieferen Temperaturen aber nicht sehr praktisch ist, haben Strumpfhosen-Hersteller fuss- und sogar zehenlose Strumpfhosen erfunden, die sogenannten Peep Toe. Letzteres Modell für den Schuh mit demselben Namen, bei welchem die Zehen zu sehen sind. Damit das Kleid nicht an den Strumpfhosen klebt, mit einem antistatischen Unterrock tragen.

Rhomben, Pünktli, Streifen, Zopfmuster und Co.: Erlaubt ist, was gefällt. Grossflächige Muster sind bei dickeren Waden oder etwas kürzeren Beinen unvorteilhaft. Längsmuster lassen das Bein etwas länger wirken und Zopfmuster müssen nicht zwingend bieder sein. Gerade im Winter sehen sie in Kombination mit Stiefel und einem Jeansrock getragen, ziemlich rockig aus. Bei einem gemusterten Kleid, eher auf eine unifarbene Strumpfhose ausweichen, um einen Muster-Overkill  zu vermeiden. Ansonten: Express yourself!

Die Dicke einer Strumpfhose wird mit „den“ bzw. „Denier“ angegeben. Diese Zahl beschreibt das Gewicht des Garns pro 9.000 Meter. Von transparenten Modellen spricht man bei einer Zahl unter 40 den, bei 40-60 den von semi-transparent und ab 60 den von blickdicht oder „opaque“ (franz. undurchsichtig). Es gibt Modelle ab 5 den bis zu ca. 500 den.

Die richtige Farbe bei der hautfarbenen Strumpfhose sollte maximal eine Nuance dunkler als der Hautton sein und lässt sich am besten testen, indem man die Strumpfhose über den Handrücken zieht. Nichts sieht schlimmer aus, als eine zu dunkle oder zu helle Billig-Strumpfhose aus dem 10-er Pack.

DIM Teint de Soleil

Sie ist da und man sieht sie trotzdem nicht: DIM Teint de Soleil, 20 den

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Gewünschter Themen-Beitrag für Bettina

4 Gedanken zu “Die Strumpfhosen-Frage

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